Aktion Tschernobyl-Hilfe e.V. 
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Operation von Katja

Am 19. August 2006 nahmen wir Katja aus Gomel am Flughafen Hannover in Empfang. Die weißrussische Fluggesellschaft Belavia brachte sie direkt aus Gomel nach Hannover und Rita Limmroth fuhr mit Katja nach Hamburg ins Klinikum (s. Foto unten). 

Katja kam im Herbst 2002 mit einer schweren Wirbelsäulen-Verkrümmung nach Deutschland. Nach der Atomreaktor-Katastrophe leiden viele Menschen in Weißrussland auch unter Knochen-Krankheiten und Katjas Knochenbau wich um 100 Grad von dem gesunder Menschen ab. Eine derart schwere Verkrümmung kann lebensbedrohend sein, weil Organe, wie die Lunge, eingedrückt werden und Katja wurde im letzten Moment von unserer Aktion Tschernobyl-Hilfe e.V. nach Deutschland zur Behandlung geholt. Im Jahr 2002 wurde in 2 schweren Operationen die Wirbelsäule mit Haken und Schrauben aufgerichtet und die Einschränkungen um 40 Prozent reduziert. In Weißrussland war diese Behandlung nicht möglich. 

Bei diesem Aufenthalt in Deutschland wurden vom dem Leiter der orthopädischen Chirurgie und Endoprothetik, Dr. Thomas Demmel, die Implantate wieder entfernt, da ein Teil gebrochen war. Bei der Operation wurde die Diagnose bestätigt, dass Katja in Zukunft keine Implantate mehr braucht, denn ihr Wachstum ist abgeschlossen und die Knochen haben sich verfestigt, die Knochenmasse hatte zugenommen und die Wirbelsäule ist stabil. Gerne hätten wir diese Operation in Minsk vorgenommen, damit auch die weißrussischen Ärzte bei dieser spezielle Operation dabei sein könnten. Leider wurde das von Minsk aus nicht erlaubt.

Die Wunde ist inzwischen sehr gut geheilt. Rita Limmroth, die während des ganzen Krankenhaus-Aufenthaltes bei Katja im Zimmer schlief, kümmerte sich um alles nötige. Ihr wurde Katja direkt nach der OP übergeben und sie beruhigte sie, lagerte sie um, wusch sie, fütterte sie, kleidete sie an und übte das Gehen, denn bei dieser Operation wurde der ganze Rücken geöffnet. Im Hamburger Klinikum waren alle Schwestern und Pfleger sehr hilfsbereit und besonders nett. Katja bekam ein Komfort-Zimmer und wurde sehr umsorgt und die Klinik entschloss sich, die Behandlung und den Aufenthalt nicht zu berechnen.

Wir sind alle sehr froh und dankbar, und Katja konnte bereits am 31. August wieder mit dem Flugzeug von Hannover aus heim fliegen. Natürlich hat sie alles mitgenommen, was sie braucht: Medikamente, Geld für nötige Behandlung und Fahrten, Lebensmittel die sie gerne isst und neue Kleidung, über die sie sich sehr gefreut hat. Natürlich wird sie auch weiterhin von uns betreut. Tragisch ist, dass sie einen 13jährigen Bruder hat, bei dem diese Krankheit auch ausgebrochen ist.