Aktion Tschernobyl-Hilfe e.V. 
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Am Schwersten betroffen: die Kinder

Die Tschernobyl-Katastrophe wirkt sich auf vielfältige Weise auf die Gesundheit der Kinder in den verstrahlten Regionen aus. Eines der zentralen Risiken stellt nach wie vor die Strahlenbelastung selbst dar. Dabei sind neben den durch hohe Dosen unmittelbar nach dem Unfall direkt verstrahlten Menschen vor allem die Kinder durch Schädigung der Erbsubstanz gefährdet. Hinzu kommt dass heute vor allem die Belastung über die Nahrungsmittelkette ein hohes  Risiko darstellt.

Krebserkrankungen der Schilddrüse sind inzwischen allgemein als unmittelbare Folge von Tschernobyl anerkannt.
Weiterhin gibt es einen signifikanten Anstieg

  • an Störungen des Nervensystems,
  • der Sinnesorgane (starke Hörschädigung)
  • von Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck),
  • an Erkrankungen der blutbildenden Organe und der Verdauungsorgane,
  • an angeborenen Herzfehlern,
  • an bösartigen Tumorerkrankungen sowie 
  • an Diabetes festzustellen.
Darüber hinaus besteht die Vermutung, dass sich permanente Strahlenbelastung auf das Gehirn auswirkt und dadurch die mentale Entwicklung von Kindern in den Tschernobyl-Regionen beeinträchtigt wird.

Die Wirkung der Strahlenbelastung wird durch die mit der Katastrophe einhergehenden spezifischen psychologischen, sozialen, ökonomischen Probleme verstärkt. Dazu gehören insbesondere:
  • der Mangel an gut ausgebildetem medizinischem Personal und dem entsprechenden medizinischen Gerät zur Diagnose und Behandlung der Folgeschäden,
  • der Mangel an medizinischen Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung und Rehabilitierung der betroffenen Kinder,
  • der Mangel an gut ausgebildetem Lehrpersonal, da diese meist während des Umsiedlungsprogramms die verstrahlte Region verlassen haben,
  • die häufig hohe Konfliktbelastung der Familien durch Probleme der Umsiedlung und das Wissen um die permanente Gefahr durch die radioaktive Strahlung, 
  • die extrem hohe Arbeitslosigkeit in den am stärksten betroffenen Gebieten,
  • auseinandergerissene sozialen Bindungen innerhalb der Familie, im Freundeskreis und der Nachbarschaft
  • das signifikante  Ansteigen von Alkoholismus vor allem der männlichen Bevölkerung.

Konsequenzen: Vor allem die Kinder leiden unter den Folgen des Reaktorunfalls. Durch schlechte und unzureichende Ernährung verschlimmert sich ihr Gesundheitszustand. Wegen ihrer Krankheit sind sie von der normalen Entwicklung der gesunden Kinder abgekoppelt. In ihrem Umfeld häufen sich die Probleme durch Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Alkoholabhängigkeit der Eltern. Der Mangel an Geld, Betreuungseinrichtungen, gut ausgebildetem medizinischen und pädagogischem Personal wirkt sich nachteilig auf ihre Entwicklung aus.